Chronik

GESCHICHTE VON DÜSSEL

In einer Urkunde Heinrichs IV. aus dem Jahre 1065 wird erstmals die “Kölnische Straße“ erwähnt, die nordwestlich von Düssel vorbeiführt. Gleichzeitig wird von einem zusammenhängenden Forst gesprochen, dessen Grenzen mit den Wasserläufen von Rhein, Ruhr und Düssel angegeben werden.

Die Anfänge der Siedlung Düssel dürften sogar bis in die Missionszeit des hl. Suitbertus (Ende 7. / Anfang 8. Jahrhundert) zurückgehen. Einer Sage zufolge gründete ein Einsiedler, der ehemals als Mönch in Italien weilte, eine Kapelle im Düsseltal unweit Apraths. Diese Kapelle soll später durch die kriegerischen Franken zerstört worden sein. An gleicher Stelle soll um 1050 eine kleine Pfarrkirche errichtet worden sein, die die Anfänge der heutigen katholischen Kirche darstellt.

In einer weiteren Urkunde aus dem Jahre 1298 wird ein Gerhard von Düssel, Ordensritter zu Horst an der Lippe als erster des Geschlechtes derer von Düssel erwähnt. Im Laufe des 14. Jahrhunderts gibt es zahlreiche dokumentierte Erwähnungen von Düssel und seinen Bürgern, so schenkte z.B. Johann von Düssel am 3. August 1353 der Pfarrkirche zu Düssel ein Grundstück am Weiher, dessen Ertrag dem Pfarrereinkommen zugrunde gelegt werden sollte.

Zur Zeit der Reformation war der katholische Herzog der 4 Fürstentümer Jülich, Cleve, Berg und Mark zwar ein Verfechter, den Bestand der alten Kirche nicht zu gefährden, war aber gleichzeitig persönlich geneigt, durch kirchliche Reformen die schlimmsten Mißstände des alten Kirchenwesens zu beseitigen. Das hatte zur Folge, daß es in Düssel wie überall im Land einerseits Ansätze gab, die alte Kirche gegen die “Neuerer“ zu verteidigen als auch gemäßigte Reformen zuzulassen und diese zu unterstützen. Kleinere Herrschaften und Unterherrschaften zeigten der herzoglichen Macht ihre Grenzen, sie entzogen sich der Landeshoheit und lebten durch Patronatsrecht ihre eigenen Vorlieben. Nach 1540 wurde der evangelische Glaube rings um Düssel trotz der Zugehörigkeit zur katholischen Erzdiözese Köln immer verbreiteter. 1568 übernahm Vikar Dörnen das Pfarramt in Düssel und bekannte sich offen zum neuen Glauben. Damit wurde aus der katholischen Pfarrkirche die Kirche der Evangelischen. Am Himmelfahrtstag 1570 kam es zu einem Gefecht zwischen den Truppen des Herzogs Alba und den Oranischen, bei dem alle Häuser verbrannten bis auf die Pfarrkiche und das Haus Düssel, weil dies die beiden einzigen Steinhäuser waren. Der Bitte um Hilfe beim Wideraufbau des Dorfes wurde von den Stiftsherren von St. Gereon in Köln entsprochen.

Um 1600 wurde der Einfluß des deutschen Kaisers wieder größer und viele Gemeinden kehrten zum katholischen Glauben zurück. 1606 kehrte auch der Nachfolger von Vikar Dörnen, Albert von Arnheim, offiziell zum katholischen Glauben zurück. Damit verlor die evangelische Gemeinde wieder die Kirche, war aber froh, daß ihr mit dem ehemaligen Schulhaus der katholischen Gemeinde, das diese aufgeben musste als ihre Anhänger zur neuen Kirche übergingen, eine wenn auch armselige Stätte für Gottesdienste zur Verfügung stand. Spätere Religionsverordnungen erklärten das Jahr 1609 zum Normaljahr und als den für kirchlichen Besitzstand maßgebenden Termin, so daß das Kirchengebäude seitdem wieder der katholische Kirche gehört. Am 21. Juli 1609 kam die berühmte Religions-Reversale heraus, wonach überall die freie und ungehinderte Ausübung der Religionen angeordnet war. Streitigkeiten zwischen den Kirchen über Einnahmen in den Gemeinden sollten sich jedoch noch bis zum Jahre 1682 hinziehen.

Schon 1654 hatte die reformierte Gemeinde einen Antrag gestellt, das alte Schulgebäude wegen Baufälligkeit abzureißen und durch einen größeren Bau zu ersetzen, der auch einen Kirchenraum beinhalten sollte. Durch wiederholten Einspruch der Katholiken wurde dieser Neubau immer wieder verhindert und konnte erst im Jahre 1683 vollendet werden. Allmählich beruhigten sich die Gemüter und man hatte das Kriegsbeil nach fast 30 Jahren begraben. 1781 wurde das evangelische “Pfarr- und Schulhaus Am Dohrn“ gegenüber der katholischen Kirche gebaut. 1784 ging der adlige Rittersitz Düssel mit allen Rechten durch Kauf in den bürgerlichen Besitz von dem Fabrikanten Friedrich Brett aus Wuppertal-Barmen über, der dann auch die sogenannte Vorburg baute Von Mitte des 14. Jahrhunderts bis 1807 gehörte Düssel mit den Honschaften Unter- und Oberdüssel zum bergischen Amt Solingen. Danach gehörte Düssel kurzfristig zu Mettmann, ehe es 1809 im Austausch gegen Obschwarzbach Wülfrath zugeschlagen wurde. 1847 bekam Düssel durch die Bahnhöfe Aprath und Dornap Anschluß an die Eisenbahn.

1855 – 1889 wird die katholische Pfarrkirche durch umfangreiche Neubauten bzw. Umbauten vergrößert. 1873 – 1876 wird auf dem “Lindenhügel“ die neue (heutige) evangelische Kirche gebaut und am 28. Juli 1876 eingeweiht./... 3/.1875 Ausbau der Straße Wülfrath – Düssel – Dornap zur Chaussee Düsseldorf – Elberfeld. 1909 Eröffnung der Straßenbahnlinie Schlupkothen – Wülfrath – Düssel – Dornap mit Anschluß an die Linie Mettmann – Vohwinkel durch die Kreis Mettmanner Straßenbahnen. 1912 Bau des evangelischen Pfarr- und Vereinshauses. Im März 1945 bei einem Fliegerangriff auf Düssel brannte der Kirchturm der evangelischen Kirche aus, die Glocken stürzten zu Boden, blieben aber unbeschädigt. Haus Düssel und 2 weitere Wohnhäuser sowie 1 Schulbaracke und 2 Scheuen brannten nieder. 1975 konnte durch vehementen Protest der Bürger die Eingemeindung von Wülfrath und damit auch Düssel nach Wuppertal verhindert werden. Wülfrath blieb selbständig.

General-Anzeiger der Stadt Wuppertal – Wülfrather Nachrichten – vom Montag, 30. September 1968:

Hoffnungsvoller Start des neuen Bürgervereins
Kein Mangel an Mitarbeitern / Mitgliedsbeitrag: Eine Mark

Offen gestanden, etwas neidisch konnten die Wülfrather werden. Was sich da in der Gaststätte Bolte abspielte, unterstrich nachdrücklich, dass die Bürgerschaft aus dem südlichen Gemeindegebiet nur auf diesen Augenblick gewartet hatte: die Gründung eines Bürgervereins. Trotz miserablem Herbstwetter, während ausserdem ein Superkrimi über die Mattscheibe flimmerte, kamen rund 50 Bürger aus diesem Raum. Das war weit mehr als man erwarten durfte.

Gute Vorarbeit hatten Helmut Scherer und Hans Adam geleistet. Schützenhilfe erfuhr man ausserdem beim Bürgerverein Wülfrath-Stadt. Vorsitzender Baaske vom Wülfrather Verein, dazu der zweite Vorsitzende, gleichzeitig zweiter Vorsitzender der Bürgervereine Interessengemeinschaft im Landkreis Düsseldorf-Mettmann, Rudi Lökenhoff, fehlten nicht sowie einige weitere Mitglieder des Wülfrather Vereins.

Helmut Scherer eröffnete die Versammlung. Karl Baaske berichtete kurz über die Aufgaben eines Bürgervereins am Beispiel der Arbeit in Wülfrath, unterstrich dabei die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit dem Rat und besonders mit Stadtdirektor Schiffmann (… der Mann imponiert uns. Bei Gesprächen kommt immer etwas Positives heraus“). Guter Rat an den neuen Bürgerverein von Baaske: „Wählen Sie nur immer den richtigen Augenblick – der liegt kurz vor der Wahl !“ Rudi Lökenhoff legte in kurzen Zügen die Arbeit der Interessengemeinschaft dar: „Warum, was wurde bisher erreicht … (Seit einigen Wochen keine Überschalldetonationen mehr).“

Karl Baaske, als Neutraler, wurde zum Wahlleiter berufen. Es hagelte Vorschläge. Vier blieben schliesslich über. Das wiederum machte geheime Abstimmung erforderlich: Jäger und Pintaske je acht Stimmen, Hans Adam 15 Stimmen, Alexander Rüger 17 Stimmen. Rüger nahm die Wahl an und konnte gleich in Aktion treten. Wie das geschah, verriet, dass man die richtige Wahl getroffen hatte. Hans Adam wurde dann einhellig als Stellvertreter und Geschäftsführer bestellt. Helmut Scherer hingegen, der zusammen mit Hans Adam die ganze zeitraubende Kleinarbeit der Vorbereitung um das Zustandekommen auf sich nahm, lehnte jede Vorstandsarbeit ab.

Für alle übrigen Vorstandsämter gab es gleich mehrere Vorschläge. Stimmenmehrheit entschied über die Zugehörigkeit, so beim Kassierer Paul Jäger und auch bei den Beisitzern Frau Schulte und Frau Oberstraß, Heinz Bensmann und Konrad Pintaske. Gleichzeitig wurde Wert darauf gelegt, dass die einzelnen Ortsteile paritätisch vertreten sind im Vorstand. Peter Winkelmann und Josef Paffrath wurden als Kassenprüfer gewählt. Eine Sammelaktion wurde für die finanzielle Starthilfe durchgeführt. Sie erbrachte den ansehnlichen Betrag von 175,00 DM. 30,00 DM steuerte übrigens der Bürgerverein Wülfrath-Stadt bei. Der Monatsbeitrag wurde auf eine einzige Mark festgesetzt. Angenommen wurde auch die bereits vervielfältigt vorliegende Satzung, die nach dem Vorbild der Satzung aus Wülfrath ausgearbeitet wurde.

Die Anmeldung als „e.V.“ (eingetragener Verein) soll sobald wie möglich erfolgen. Unmittelbar nach der Gründungsversammlung trat der Vorstand zu seiner ersten Sitzung zusammen. Bis zur nächsten Versammlung, so wurde angeregt, soll jedes der 46 Gründungsmitglieder gleich ein neues Mitglied werben. Die Anschrift lautet: Bürgerverein Dornap-Düssel, 5601 Dornap, Finkenweg 17, Telefon 1928.